Lamadecke | Alpakadecke Decken, Bettdecken und Kleidung aus Naturhaar

Pflege

Lamadecke und Alpakadecke waschen, ohne sie zu ruinieren

Eine Decke aus Lamahaar oder Alpakawolle ist empfindlicher als jede Kunstfaserdecke. Der falsche Waschgang macht eine Decke für 200 Euro in einer einzigen Runde unbrauchbar: verfilzt, eingelaufen, schief verzogen. Die gute Nachricht ist, dass Sie das meiste vermeiden können, indem Sie seltener waschen.

Wollwaschmittel und Geduld schlagen jede Maschine. Lüften, Ausschütteln und punktuelles Reinigen reichen in den allermeisten Fällen. Eine komplette Wäsche sollte die Ausnahme bleiben, nicht die Routine.

Illustration: Alpaka wäscht eine Decke im Zuber

Was hilft, ohne die Decke nass zu machen?

Wolle reinigt sich zu einem guten Teil selbst. Die Faser nimmt Gerüche schlecht an, und was sich an Staub festsetzt, lässt sich mechanisch lösen. Diese vier Schritte reichen oft über Monate.

  • Lüften: mehrere Stunden ins Freie, an einen schattigen, luftigen Platz. Direkte Sonne bleicht die Faser aus.
  • Ausschütteln: vorsichtig, nicht ruckartig. Das löst Staub und lockert die Wollfaser.
  • Bürsten: eine weiche Naturhaarbürste holt oberflächlichen Schmutz heraus und öffnet leicht verfilzte Stellen.
  • Flecken abtupfen: frische Flecken mit kaltem Wasser und etwas Wollshampoo abtupfen, niemals reiben.

Erst wenn die Decke sichtbar verschmutzt ist oder einen Geruch behält, den das Lüften nicht mehr herausbekommt, ist eine Wäsche fällig.

Wie wasche ich die Decke von Hand?

Die Handwäsche ist die sicherste Methode, weil Sie Temperatur, Bewegung und Trocknung selbst in der Hand haben.

  1. Wanne füllen: Badewanne oder große Schüssel mit lauwarmem Wasser, höchstens 30 Grad. Heißes Wasser lässt Wolle verfilzen.
  2. Wollwaschmittel einrühren: nach Herstellerangabe dosieren. Kein Vollwaschmittel, keine Bleiche.
  3. Decke eintauchen: flach auf dem Wasser ausbreiten und vorsichtig hineindrücken, bis sie ganz bedeckt ist.
  4. 20 bis 30 Minuten ziehen lassen: nicht rubbeln, nicht wringen. Nur sanft drücken, damit das Wasser durch die Fasern läuft.
  5. Klar spülen: frisches lauwarmes Wasser einlassen und durchspülen, bis kein Schaum mehr kommt. Meist drei bis vier Durchgänge.
  6. Wasser auspressen: die Decke zusammendrücken, damit das Wasser abläuft. Nicht wringen, nicht schleudern.

Wie trockne ich sie richtig?

Dieser Schritt entscheidet mindestens so viel wie das Waschen. Eine falsch getrocknete Decke ist auch nach perfekter Wäsche hinüber. Nie in den Trockner, nie senkrecht über die Leine, weil das nasse Gewicht die Decke in die Länge zieht.

  • flach auf mehrere große Handtücher legen
  • vorsichtig in die Form ziehen, die sie haben soll
  • schattig und gut belüftet liegen lassen
  • nasse Handtücher gegen trockene tauschen, sobald sie durchfeuchtet sind
  • bei dicken Decken 24 bis 48 Stunden einplanen

Darf die Decke in die Waschmaschine?

Nur wenn das Pflegeetikett es ausdrücklich erlaubt. Manche modernen Decken sind dafür ausgerüstet, viele nicht. Ohne Freigabe riskieren Sie das Verfilzen. Wenn die Maschine erlaubt ist, gelten diese Regeln ohne Ausnahme:

  • Wollprogramm oder Handwäsche wählen, niemals Bunt- oder Pflegeleichtwäsche
  • höchstens 30 Grad, besser kalt
  • Wollwaschmittel mit Rückfettung
  • kein Schleudern, höchstens 400 Umdrehungen
  • Wäschebeutel gegen mechanische Belastung
  • trocknen wie nach der Handwäsche, flach liegend und geduldig

Im Zweifel lohnt die Wollreinigung. Eine Wäscherei mit Wollspezialisierung berechnet 25 bis 45 Euro je Decke. Das ist immer noch weniger als der Ersatz einer ruinierten Decke.

Wie wasche ich ein Duo-Steppbett?

Ein Duo-Steppbett besteht aus zwei einzelnen Decken, die an den Ecken zusammengeknöpft sind. Trennen Sie die beiden Lagen vor jeder Wäsche, sonst dringt das Wasser nicht gleichmäßig ein und die untere Lage bleibt tagelang klamm. Waschen Sie nacheinander, nicht zusammen: Zwei nasse Decken auf einmal sind für die meisten Haushaltsmaschinen zu schwer, und im Zuber bekommen Sie sie nicht durchgespült.

Beim Knöpfen nach dem Trocknen lohnt Geduld. Die Bänder sitzen erst richtig, wenn beide Lagen vollständig durchgetrocknet und in Form gezogen sind. Wer feucht knöpft, hat später einen Versatz in der Decke, der sich nicht mehr herausziehen lässt.

Was kostet die professionelle Reinigung?

Eine Wäscherei mit Wollspezialisierung berechnet für eine Decke in 135 x 200 cm üblicherweise 25 bis 45 Euro. Für Übergrößen ab 200 x 200 werden 40 bis 60 Euro fällig, für ein Duo-Steppbett rechnen viele Betriebe zwei Decken ab. Textilreinigungen ohne Wollerfahrung liegen manchmal darunter, dort lohnt die Rückfrage, ob im Nassverfahren mit Wollwaschmittel oder chemisch gereinigt wird.

Übliche Preisspannen für die Reinigung von Wolldecken
GrößePreisspanneDauer
Wolldecke bis 150 x 20025 bis 45 Euro3 bis 7 Tage
Bettdecke 135 x 20030 bis 50 Euro5 bis 10 Tage
Übergröße ab 200 x 20040 bis 60 Euro5 bis 10 Tage
Duo-Steppbettmeist zwei Decken berechnet7 bis 14 Tage

Der Vergleich lohnt sich vor allem bei teuren Decken: Eine Reinigung für 40 Euro ist günstiger als der Ersatz einer verfilzten Decke, und der Betrieb haftet für Schäden. Bei einer Decke für 60 Euro steht der Aufwand dagegen in keinem Verhältnis.

Gilt das auch für Schurwolle, Kamelhaar und Lammwolle?

Ja, in allen wesentlichen Punkten. Alle vier sind tierische Proteinfasern und reagieren auf dieselben drei Dinge empfindlich: Hitze, Bewegung und Enzyme. Die Anleitung oben passt deshalb genauso für eine Schurwolldecke, ein Kamelhaar-Steppbett oder eine Decke aus Lammwolle.

Zwei Unterschiede sind es wert, genannt zu werden. Schafschurwolle enthält deutlich mehr Wollfett und riecht deshalb feucht stärker, was sich beim Trocknen wieder verliert. Kamelhaar ist besonders anfällig für Verfilzen, weil die Faser stark gekräuselt ist. Wer eine Kamelhaardecke waschen will, sollte den Weg über die Wollreinigung ernsthaft prüfen, bevor er es selbst versucht.

Welches Waschmittel ist das richtige?

Drei Eigenschaften braucht es: pH-neutral, ohne Enzyme, mit Rückfettung. Vollwaschmittel enthalten Enzyme, die Proteine aufspalten, und Wolle besteht aus Proteinen. Das Ergebnis ist eine stumpfe, brüchige Faser, und zwar dauerhaft.

Bewährt haben sich Sonett, Hejo, Burti und Eucalan, letzteres als Variante ohne Ausspülen. Wer nichts davon im Haus hat: Ein Schuss mildes Babyshampoo wirkt ähnlich und ist deutlich billiger.

Häufige Fragen zur Pflege

Wie oft sollte ich die Decke waschen?

So selten wie möglich. Wer die Decke täglich nutzt und regelmäßig lüftet, kommt oft jahrelang ohne komplette Wäsche aus. Erst bei sichtbaren Flecken oder anhaltendem Geruch waschen.

Darf die Decke in den Trockner?

Nein. Die Hitze zerstört die Wollfaser, die Decke läuft ein und verfilzt unwiderruflich. Das gilt auch für Schonprogramme.

Die neue Decke riecht nach Schaf, was tun?

Bei neuer Ware ist ein leichter Wollgeruch normal, er verschwindet nach ein bis zwei Wochen Lüften an der frischen Luft. Bei älteren Decken hilft ein Lavendelsäckchen im Schrank und ein trockener Tag im Freien.

Kann ich Fleckenmittel benutzen?

Nur speziellen Woll-Fleckenentferner. Klassische Mittel enthalten oft Bleiche oder Enzyme und schädigen die Faser. Im Zweifel den Fleck mit kaltem Wasser und Wollshampoo punktuell abtupfen.

Die Decke ist verfilzt, ist sie hin?

Leichtes Verfilzen lässt sich mit einer feinen Kardenbürste vorsichtig öffnen. Bei starkem Verfilzen ist die Decke in aller Regel nicht mehr zu retten. Genau deshalb steht oben, dass Lüften die bessere Wahl ist.